3D-Vermessung
Jetzt sind auch 3-D-Bilder vom Rücken möglich, die Rasterstereographie macht einen neuen Blick auf Wirbelsäule und Becken möglich - und das ganz ohne Röntgenstrahlen. Wenn Orthopäden bei einem Patienten eine Fehlstellung der Wirbelsäule (etwa eine Verkrümmung) untersuchen wollen, arbeiten sie in der Regel mit Röntgenaufnahmen. Das fertige Bild zeigt dem Arzt dann unter anderem die Form der Wirbelsäule - allerdings nur von vorne oder von der Seite.
Was fehlte, war die Möglichkeit, einen dreidimensionalen Blick auf das Rückgrat zu werfen und damit etwa auch die Folgen der Haltungsschäden auf die Geometrie des Skeletts präziser zu untersuchen. Genau das wollten Wissenschaftler der Universität Münster mit einem neuen Verfahren leisten - der Rasterstereographie.
Das Prinzip:
Die Arzte projizieren ein Dia mit Streifenmuster auf den Rücken des Patienten. Dann kommt eine Videokamera zum Einsatz, die den Rücken oberflächlich optisch abtastet.
Durch die Kombination von Diaprojektor und Videokamera wird ein Stereoeffekt erzielt. Ein Computer kann mit diesen Bilddaten eine 3-D-Aufnahmen konstruieren - beispielsweise in Form einer Krümmungskarte. Das Verfahren soll helfen, Röntgenaufnahmen auf das Notwendigste zu begrenzen und somit die orthopädische Behandlung genauer zu steuern. Mit der Rasterstereographie kann man zum Beispiel besser kontrollieren, wie sich ein Schuhausgleich bei einem Schiefstand des Beckens auswirkt.
Fehlhaltungen und Steuerung, die nach neustem Wissensstand durch Kiefergelenke (Bisslagestörungen) sowie Fußdeformierungen eintreten können, werden durch dieses bildgebende Verfahren erkannt, Therapiemaßnahmen kontrolliert und dokumentiert. Auswirkungen von Spezialeinlagen für die Füße und Kiefer- Schienenbehandlungen nehmen Einfluss auf die Haltung und können lichtoptisch dargestellt werden.

