Dr. med. Ulrich Dreisilker, Facharzt für Orthopädie, Chirotherapie, Naturheilverfahren und Sportmedizin

ESWT bei Sehnenerkrankungen und muskuären Triggern

Sehnenerkrankungen des Bewegungsapparates kommen mit zunehmenden Lebensalter und abhängig von der beruflichen Tätig zunehmend häufig vor.

Auch in der Sportler-Sprechstunde sind Sehnenansatzreizungen ein Thema. Hierzu gehören  der sogenannte Tennisarm oder auch der Golferarm. Das Patellaspitzensyndrom oder Reizung am Pes Anserinus, Erkrankung der Achillessehne, die Fasciitis plantaris mit und ohne Fersensporn sind typische Sehnenansatzerkrankungen.

Diagnosesicherung ist neben körperlichen Ausschlussuntersuchungen die Sonographie erforderlich. Manchmal sind Röntgen und MRT notwendige Zusatzuntersuchungen.

Neben bekannten konservativen Behandlungswegen hat sich vor allem die ESWT (extracorporale Stoßwellen-Therapie) in kombinierter Form, fokussiert und radial, bewährt. Eine alleinige radiale ESWT resultiert nach meiner Erfahrung in schlechteren Ergebnissen.


Ein häufiges Thema ist der Schulterschmerz, der in den allermeisten Fällen Aufbraucherscheinungen in der Supraspinatussehne und der langen Bizepssehne zurückzuführen ist. Charakteristisch ist ein anhaltender nächtlicher Ruheschmerz. Nicht selten kommt es zu einer Kalkeinlagerung in der Supraspinatussehne (Tendinosis calcarea).

Starke Muskelzüge fixieren den Schultergürtel an den Brustkorb. Das Zusammenspiel dieser Muskeln ist für die Funktion des Schultergelenkes von vorrangiger Bedeutung. Das Schulterblatt ist wie eine Rangierscheibe, auf die verschiedene muskuläre Zugkräfte einwirken. Einzelne Muskelgruppen sollen im Gleichgewicht miteinander arbeiten. Ist dies nicht der Fall führen muskuläre Dysbalancen zu Sehnenerkrankungen.


Krankengymnastik und andere konservative Methoden leisten manchmal entscheidende Erleichterung. Kommt man dadurch nicht weiter, käme vor dem Entschluss zur arthoskopischen OP die ESWT alternativ in Betracht.  Schmerzhaften Muskeltrigger, das sind gut tastbare knotige Veränderungen im Muskelgewebe bzw. neulich diskutiert in den sogenannten Faszien sind oft Folge von degenerativen Veränderungen an der Wirbelsäule (Bandscheibenschäden, Facettengelenkarthrose, Hüftarthrose, Gonarthrose, degenerativen Halswirbelsäulenveränderungen u.a mehr).

Diese lassen sich sehr gut mit der kombinierten Stoßwelle behandeln, wobei die fokussierte Stoßwelle vor allem die in der Tiefe liegenden Muskelverhärtungen diagnostisch erreicht und damit die für den Patienten wiedererkennbare Schmerzen provozieren kann. Gleichzeitig erfolgt durch diese Wellen in der Tiefe eine Therapie. Betroffene oberflächliche Muskelareale werden mit der nur 2 cm eindringenden radialen Stoßwelle behandelt. Die Erfolge mit der kombinierten Stoßwelle sind größer als alleinige Durchführung mit der radialen Stoßwelle.

Arthroskopie

Bei Kniegelenkarthrosen wurde in den vergangenen Jahren der therapeutische Wert für eine Arthroskopie wiederholt angefochten. Eine wissenschaftliche Studie aus den USA ergab, dass die echte Behandlung nicht wirksamer war als die Placebo-OP. Laut orthopädischen Nachrichten wird die Arthroskopie bei Gonarthrose seit 2003 daher in den Staaten nicht mehr bezahlt.

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