Stoßwellentherapie
Tierexperimentelle Untersuchungen und unzählige klinische Publikationen, die den Erfordernissen wissenschaftlicher Studien - der Evidenz basierten Medizin - entsprechen, belegen die Wirksamkeit der extracorporalen Stoßwellentherapie (ESWT) bei Tennisarm, der Kalkschulter, bei Fasciitis plantaris mit und ohne Fersensporn oder bei vielen anderen Sehnenerkrankungen. Ein neuartiger, effektiver und wissenschaftlich gesicherter Behandlungsweg bleibt wie viele andere innovative Diagnose- und Therapieverfahren wahrscheinlich aus gesundheitspolitischen Kostengründen gewollt im Selbstzahler – und Privatversicherungsbereich.
Das Honorar für die Stoßwellentherapie richtet sich nach der Gebührenordnung für Ärzte. Die Bundesärztekammer empfiehlt wegen noch fehlender Abrechnungsmöglichkeit eine Bewertung mit Ziffern, die der Leistung der Stoßwellentherapie am ähnlichsten sind. Die focussierte Stoßwellentherapie wird mit der GOÄ-Ziffer 1800 (1fach-Satz 86,27 EUR), die radiale Therapieform mit der Ziffer 302 (2,3 facher-Satz 33,52 EUR) abgerechnet. Der Patient sollte daher immer nach der Stoßwellenart fragen.
Die ESWT regt auf zellulärer, molekularer Ebene Selbstheilungsvorgänge an. Entscheidende Kriterien für eine erfolgreiche Behandlung sind niedrige Energiegaben und Impulszahlen. Auch darf nicht zu häufig und in zu kurzen Zeitabständen behandelt werden. Mit der Stoßwelle wird gezielt ein Trauma in Schichten unter der Haut gesetzt. Die biologische Antwort besteht ähnlich einer Wundheilung durch Freisetzung von Wundheilungsfaktoren. Hohe Dosierungen wie bei der Nierensteinzertrümmerung dürfen bei der orthopädischen Stoßwellentherapie nicht gegeben werden.
Bänder, Sehnen und Faszien dehnen sich, verlieren ihre Elastizität bei Überbeanspruchung, sie reagieren plastisch mit Strukturauflockerung ähnlich einer Plastiktüte nach Mehrbeanspruchung . Durch Stoßwellen können solche Veränderungen durch Regeneration ausheilen.
Ihre mechanische Energie wird in biochemische Energie umgesetzt und wirkt auf die Bindegewebszellen mit Bildung von neuen bindegewebigen und elastischen Fasermolekülen als Bausubstanz für degenerierte, geschwächte Faszien, Sehnen- oder Bänder. Dieser Prozess hat einen Stabilisierungs- und Gurt-Effekt bei Sehnen-, Band- oder Faziendegenerationen. Die Elastizität wird verbessert.
Ähnliche Prozesse erfolgen bei einem nicht heilenden Knochenbruch. Stoßwellen provozieren knochenneubildende Faktoren und die Migration bindegewebiger Stammzellen, die zu neuen Knochenzellen transformiert werden. Bei muskulären Triggern (muskuläre Knotenbildungen) erfolgt durch Stoßwellen eine bessere Durchblutung durch Freisetzung gefäßaktiver Substanzen mit Weiterstellung der Gefäße.
Focussierte Stoßwellen (SW)
sind kurzwellig und entfalten daher ihre Wirksamkeit in der Tiefe. Ihre Eindringtiefe können wir mit Vorlaufstrecken verändern und der zu behandelnden Gewebeebene anpassen.
Radiale Stoßwellen
Radiale SW, physikalisch Druckwellen, verteilen sich nach ihrer Einleitung halbkreisförmig und verlieren ihre Energie mit zunehmenden Abstand. Ihr Druckpuls ist langwellig, sie können deshalb nur 1 bis 3 cm eingeleitet werden .Direkt an der Einleitungsstelle entwickelt die radiale SW ihre höchste Energie (Energieflußdichte 0,55 mJ/mm2 bei maximaler Einstellung). Bei oberflächlichen Sehnenansatzerkrankungen oder oberflächlichen Lagen von Triggern können radiale SW sinnvoll eingesetzt werden. Der Effekt oberflächlicher radialer SW auf tiefer liegende Schichten erklärt man mit der erwähnten Freisetzung von gefäßaktiven Substanzen.
Behandlungsaspekte
Das Behandlungsregime richtet sich nach dem Prinzip, nur so viel Energie einzuleiten, dass biologische Systeme angeregt und nicht geschädigt werden. Bei Einhaltung dieses Grundsatzes ist die Stoßwellen-Therapie ein erfolgreiches Verfahren. Bei der Behandlung richtet sich der Einleitungsort für SW nach den Schmerzangaben des Patienten, der charakteristische Übertragungs- und vor allem Wiedererkennungsschmerzen angibt. Bildgebende Verfahren, wie Sonographie, Röntgen oder auch Kernspintomographie erfolgen zum Ausschluss anderer Erkrankungsursachen. Eine Lokalanästhesie wird nicht mehr durchgeführt, weil diese Betäubungsmittel den Effekt der SW infolge Hemmung biologischer Reaktionen erheblich reduzieren.
Bei der hochenergetischen Stoßwellentherapie bei verzögerter Knochenbruchheilung und Pseudarthrosen kooperieren wir mit folgendem Partner in Bochum Wattenscheid
Gemeinschaftspraxis für Anästhesie, Medico-Haus
Westenfelder Straße 62/64
44867 Bochum-Wattenscheid
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